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A G R A R T E C H N I K vom A N B A U bis zur E R N T E
Hinsichtlich Ertrag pro Hektar liegt Österreich an der Spitze im weltweiten Vergleich. Die aktuellen Zahlen von FAOSTAT zeigen deutlich den beachtlichen Vorsprung Österreichs in der Produktionseffizienz.
Es ist wohl die in Österreich einzigartige Konstellation aus günstigem Klima, guter Bodenbeschaffenheit, kluger Sortenwahl, ausgereifter Kultivierungstechnik und innovativen Optimierungsbemühungen der forschenden und betreuenden Institutionen im Agrarbereich, die solche Erfolge möglich macht. Günstige Kulturbedingungen Die Sonnenblume stellt hohe Ansprüche an die Wärme und gedeiht am besten auf sandigem Lehm bis lehmigen Tonböden. Frühere Sorten gedeihen auch noch in den Gunstlagen im westlichen Niederösterreich sowie Oberösterreichs. Fruchtfolgen Als gute Vor- und Nachfrüchte eignen sich Getreide, Mais und Hackfrüchte. Zur Minimierung des Risikos von Sklerotinia-Befall sollten zwischen dem Sonnenblumenanbau oder zu anderen Sklerotinia-Überträgern (Raps, Soja, Feldgemüse,…) an einem Standort mindestens drei, besser fünf bis sechs Jahre liegen. Die Sonnenblume hinterlässt eine günstige Bodengare, kann aber die Wasser- und Stickstoffvorräte in den Böden erschöpfen. Anbau Die optimale Pflanzendichte liegt in den gemäßigten Zonen je nach Standort und Nutzung zwischen vier und sieben Pflanzen pro Quadratmeter. Bei den gängigen Sorten im Anbau handelt es sich fast ausschließlich um Hybriden. Der Kornertrag pro Fläche wird durch den Einzelpflanzenertrag und die Bestandesdichte bestimmt. Eine Bodentemperatur von 8 - 10 Grad Celsius ermöglicht ein rasches Auflaufen. Entwicklung Die Entwicklung der Sonnenblume verläuft in sieben Phasen, nämlich Keimung, Auflaufen, Blattentwicklung, Knospenbildung, Blüte, Reife und Totreife. Die Pollenübertragung zur Befruchtung der Blüten erfolgt vor allem über Insekten, allen voran Honigbienen, Hummeln und Schlupfwespen. Pflege & Pflanzenschutz Zu viel Feuchtigkeit begünstigt Mykosen, hier vor allem die Entwicklung von Sclerotinia sclerotiorum [ein pflanzenschädigender Pilz; Weißstengelfäulnis] und Botrytis [Graufäule]. Diese Pilzkrankheiten können erhebliche Ertragsausfälle verursachen. Sklerotinia kann nur durch weite Fruchtfolgen hinten angehalten werden. Je höher die Niederschlagsmengen sind, desto wichtiger ist die Fruchtfolge. Die Unkräuter werden mittels Herbiziden oder Hacke reguliert. Ernte Da die Sonnenblumenfrüchte bei der physiologischen Reife noch bis zu 25 Prozent Feuchte enthalten, wird erst nach der Totreife geerntet. Die Ernte erfolgt mit dem Mähdrescher. Blätter und Stängel werden, wenn für keine höherwertige Verwendung vorgesehen, meist in den Boden eingearbeitet. Das Erntegut sollte vor der Lagerung auf acht bis neun Prozent Feuchtigkeit getrocknet werden, um eine übermäßige Freisetzung von Fettsäuren aus den Triacylglycerolen zu verhindern. [Details aus: Schuster & Marquard, Die Sonnenblume, Giessen 2003] ››› HELIA RESEARCH AGRARTECHNIK Ansprechpartner: Karl Geiger |
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