H E L I A N T H U S    S O R T E N


HELIA RESEARCH kooperiert international mit den renommiertesten Züchtern und Forschern, die an der präzisen Optimierung der Sorteneigenschaften für den agrarischen und industriellen Bedarf arbeiten.

Die Forschungsarbeiten von HELIA RESEARCH konzentrieren sich vor allem auf jene rund 90 Prozent Biomasse, die neben der Verwendung der Kerne als Restmassen aus den unterschiedlichen Kulturen anfallen und standardmäßig keiner höheren Wertschöpfung dienen.

Auf den Versuchsflächen im Sonnenblumenpark erblühen jedes Jahr im Sommer neben interessanten Ur- und Wildsorten mehr als hundert altbewährte und neue Ergebnisse von Nutz- und Ziersorten aus der Züchtungsarbeit unserer Partner.
Lassen Sie sich beeindrucken von der Vielfalt der Sonnenblume:    ›››  Ein Fest für alle Sinne


Sortenskizze für Versuchsflächen



Öl-Typen

Diese Sorten sind darauf abgestimmt, einerseits ein geschmackvolles und nährstoffreiches Öl in nativer Qualtität für die pure Verwendung zu liefern. Andererseits hat die Lebensmittelindustrie Bedarf an Öl für die industrielle Verarbeitung (z.B. für Maragrine), wo Rohstoffausbeuten ein Argument und oft auch Geschmacksneutralität (meist durch zusätzliche Desodoration) nicht unwesentlich sind.


Mittelhoch- und Hochölsäure-Typen

Ein hoher Ölertrag und besonders ein sehr hoher Ölsäuregehalt von 60 bis über 90 Prozent gilt als wichtiges Züchtungsziel, qualitatitv abgestimmt auf industrielle Anwendungen, wie z.B. Erzeugung von Kunststoff [Biopolymere] oder Treibstoff [Biodiesel].
Für HELIA RESEARCH ist vor allem die standardmäßig ungenutzte Biomasse von Interesse.

›››  Typen-Vergleich Fettsäurespektren


Speise-Typen

Sorten dieses Typs haben größere, meist braun-weiss oder schwarz-weiss gestreifte Achänen mit dickeren, locker sitzenden Schalen, sind deshalb leichter schälbar. Das Tausendkorngewicht liegt im Bereich von 100-200g. Die Sorten zeichnen sich aus durch hohen Eiweißgehalt und einen hohen Gehalt an essentiellen Aminosäuren. Der Ölgehalt liegt unter 40 Prozent. Die geschälten Kerne werden speziell im Lebensmittelbreich verwendet, vorallem ungebrochen als Knabbersnack, in Müslimischungen oder für Brot und Gebäck.


Spezialsorten für Vogelfutter

Groß- und kleinkörnige Sorten mit weiß und grau gestreiften oder rein weißen Achänen werden für Vogelfutter angebaut und auch sortenrein speziell für einzelne Vogelarten angeboten. Die Sorten zeichnen sich aus durch hohen Eiweißgehalt und Ölgehalt unter 40 Prozent.


Zier- & Gartensorten

Florale Schönheit, Vielfältigkeit, Farbenprächtigkeit und Blühdauer sind für diese Gruppe wesentliche Züchtungsziele. Mehrstielige und mehrjährige Sorten sind sehr beliebt. Die Kerngröße oder Ölausbeute sind für diese Gruppe aus industrieller Sicht unwesentlich. Für HELIA RESEARCH sind jedenfalls die oft großen Blütenblätter-Anteile von Interesse, Forschungsarbeiten zu den Inhaltsstoffen von Blütenblättern und deren Nutzen für die Ernährung bzw. für pharmazeutische Zwecke laufen.


Schnittblumen-Sorten

Gerne gesehen sind jene Sorten, die keinen oder äußerst wenig Pollen ausbilden und bei richtiger Behandlung [Gefäßverschluss nach dem Schnitt] in der Vase lange haltbar sind. Wir kooperieren mit Spezialisten wie Benary oder Gauweiler, wobei für HELIA RESESARCH nicht die Schönheit, sondern der mögliche Zusatznutzen der Pflanze an sich und die innovative Verwendung der nicht zweckgebungenen Biomasse von Interesse ist.


Perennien

Bei ausdauernden Sonnenblumen überwintert der unterirdische Teil. Neue Züchtungen sind für vor allem für den Garten etwas besonderes. Für unsere Forschungsarbeiten sind Wild-Perennien und deren Blüten, Knospen und Blätter von Interesse, auch für Rhizomschösslinge und Verdickungen der Sekundärwurzeln verfolgen wir neue Nutzungsoptionen.


  


Wild- und Ur-Sorten

Diese ursprünglichen Sorten zeichnen sich weder durch besonders hohen Kernertrag noch durch üppige Blüte aus, sind kleiner im Wuchs, unscheinbarer in der Blütenpracht und mäßig im Ölertrag. Doch umso interessanter sind sie hinsichtlich ihres genetischen Potenzials. Ur- und Wildsorten zeigen oft sehr hohe Widerstandskraft gegen viele Krankheiten, die bei modernen Zuchtsorten regelmäßig ganze Feldbestände bedrohen. Das Gen-Material von Ur- und Wildsorten wird heute bereits dafür genützt, durch Einkreuzung widerstandsfähigere moderne Züchtungen hervorzubringen. Unser wichtigster Partner für diese spezielle Fragestellung ist INRA Frankreich [Département génétique et amélioration des plantes, Prof.Dr. Bervillé und Dr. Serieys]. HELIA RESEARCH untersucht alle Pflanzenkompartimente der Ur- und Wildsorten [Kerne, Öl, Blätter, Blüten, Blätter, Stengel, Sprossen] hinsichtlich jener anwendungsspezifisch besonderen Eigenschaften, die sie von den modernen Zuchtsorten unterscheiden. Der Geschmack eines Wildsonnenblumenöls ist charakteristisch wesentlich intensiver. Ein wahrer Gourmet wird in Zukunft den Unterschied zu herkömmlichem, raffiniertem Sonnenblumenöl zu schätzen wissen.


Knollenbildende Arten

Vertreter dieser Gruppe sind Heliantus tuberosus [Topinambur] und Helianthus strumosus [Helianthi]. Die bis zu drei Meter hohen, mehrjährigen Pflanzen bilden unterirdisch Knollengelege ähnlich der Kartoffel. Die Wurzelknollen zeichnen sich durch hohen Gehalt an Inulin aus, eignen sich somit sehr gut für zucker- und stärkereduzierte Ernährungsformen. Seit dem 16. Jahrhundert in Frankreich kultiviert und in Zeiten des Dreißigjährigen Krieges in ganz Europa angebaut, wurden die Knollen jedoch von der Kartoffel [Solanum tuberosum] weitgehend verdrängt. Heute erfährt Topinambur ein Revival, die einfachen Kultivierungs-bedingungen, die bunte Vielfalt von weiß bis violett und der beachtliche Nährstoffgehalt machen die schmackhafte Knolle wieder attraktiv. Aufrund des hohen Hektarertrages ist die Nutzung auch des Krautes für die Biogaserzeugung sinnvoll.





Sorten für biologischen Anbau

Dem steigenden Bedarf an Kernen und Öl aus kontrolliert biologischem Anbau tragen auch unsere Züchtungspartner Rechnung. Da der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in dieser Kulturform beschränkt ist, müssen die Pflanzen für ausreichenden Ertrag eine verstärkte Eigenresistenz gegen vielerlei Schädlinge und Krankheiten aufweisen. Unser bedeutendster Partner für diese spezielle Fragestellung ist Prof. Vannozzi [University of Udine, Department of Agricultural and Environmental Sciences]. Gemeinsam versuchen wir, hochwertige Sorten und hochwertige Produkte [native functional food] daraus zu entwickeln und den qualitativen Unterschied von Pflanzenmaterial aus konventionellem und kontrolliert biologischem Anbau mit wissenschaftlich anerkannten Methoden zu evaluieren.


›››  HELIANTHUS SORTEN Ansprechpartner: Karl Geiger und Dr. Anton Brandstetter


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